Montag, 21. April 2025

2007: Entropische Dichtung

 Aus dem Herbst des heroischen Mannes, der entweder ableben oder zum asketischen Mann werden musste, wurde ein


Herbst der Stadt


erlischen die fröhlichen lichter
verbrennen hochöfen die bäume
die kahlen verschneiten alleen
beherbergen leichen und blut

hinein in zerschlagene fenster
steigen die hungrigen diebe
und hausen in leeren quartieren
restpenner entzündeter strassen

die kranken bringen die krankheit
und heilen mit ihr die gesunden
von sorgen und angst um die zukunft

die letzen ansehnlichen mädchen
hängen leblos auf plakaten
die werbung vergangener tage


Eine der wenigen eher melancholischen Gedichte aus einer Zeit, in welcher sie im Hunderterpack als „Transzendentale Lyrik“, „Transzendentale Erotik“, „Transzendentaler Sadismus“ und „Transzendentaler Nihilismus“ geschrieben und vergeschlössentlicht wurden.

Die Welt nahm den Kampf nicht an, sie suhlte sich stattdessen in quälend langweiliger Bequemlichkeit. Der heroische Mann fand keinen Gegner und ließ den Rest der extravertierten Kampfkraft in etwa 1000 später vernichtete entropische Antigedichte einneinen.